Donnerstag, 7. Oktober 2010

Projekt 2010: Calderon

(nach: Projektbericht von Ilga Geppert und Konrad Piok)

Auch heuer haben sich wieder 8 Personen aus Österreich nach Ecuador begeben, um Pater Teodoro Delago in seiner Arbeit mit einem Solidaritätseinsatz zu unterstützen.

Die Gruppe freut sich über den Baufortschritt


Padre Teodoro ist Pfarrer von Pijili in der Diözese Cuenca, Provinz Azuay und betreut 25 Dörfer, die sich vom Meeresniveau bis zu 4200m Höhe befinden, das sind etwa 1.200 Familien (dort werden die Bewohner nur als Familie gezählt). Alleine an dieser breitgestreuten Zusammensetzung kann man die Vielfältigkeit, Vielschichtigkeit und auch die große Problematik seines Handlungskreises erahnen.

Inhalt des heurigen Projektes ist der Bau bzw. der Aus- und Umbau einer Ausbildungswerkstätte für Automechanik, Elektroinstallation, Tischlerei, Schweine- und Fischzucht,......

Für die Mechanikerwerkstätte musste ein neues Gebäude errichtet werden.

Für die anderen Ausbildungsinhalte konnten bestehende Räumlichkeiten adaptiert werden.

Zusätzliche Bauten wie Abwasser- bzw. Sickergrube, die Neugestaltung der Elektroinstallation im bestehenden Bau und als Voraussetzung für die div. Werkstätten runden unseren Tätigkeitsbereich ab. Teilweise haben bereits die zukünftigen Schüler im Projekt mitgearbeitet.

Gruppe auf der Baustelle und beim gemeinsamen Mittagessen


Die anfallenden Kosten für Neu- und Umbau wurden mit 49.000,- Dollar kalkuliert. Davon konnte von der Gruppe ein Betrag von 40.000 abgedeckt werden. Der Rest wurde in Form von Materialspenden (Werkzeug für die diversen Ausbildungsstätten) übergeben.

Neuer Fischteich entsteht; Die ersten Elektrolehrlinge


Im Rahmen unserer Arbeit ergaben sich viele Berührungspunkte mit der Bevölkerung. Als Hilfe für die Verwirklichung des Projektes arbeiten alle Dörfer der Umgebung mit – eingeteilt in freiwillige Arbeitsgruppen (Mingas) und so mancher Schüler, der mithalft, wird diese Werkstätten als seine Ausbildungsstelle erleben. So war die Motivation zur Mithilfe bereits die Hilfe zur Selbsthilfe. Für die Jugendlichen ist es schön, ihre Zukunft auf diese weise mitgestalten zu können und für die Eltern oder die Älteren ist es schön, für die Jungen zu arbeiten.

Während unserer Anwesenheit konnten wir uns von der Weiterentwicklung der vorherigen Projekte überzeugen:

Projekt 2009 – La Forida – Bau einer landwirtschaftlichen orientierten berufsbildenden Schule

im Bild rechts der Baumeister mit seinen Kindern

Weiterbildung unsere Bauphase beim Dachdecken


Danke für alle Unterstützung!

Ilga Geppert

Konrad Piok

Montag, 7. Juni 2010

Soli-Fest 2010


Die APPO (Asemblea Popular de los Pueblos de Oaxaca) ist ein Zusammenschluss von 350 Gruppierungen und Organisationen, die öffentlich gegen die korrupte Regierung von Gouverneur Ulises Ruiz Ortiz auftreten und seinen Rucktritt fordern. Oaxaca ist einer der ärmsten
Bundesstaaten Mexikos und wird zum größten Teil von Indigenen bewohnt. 2006 streikten und demonstrierten 60.000 LehrerInnen für bessere Bildungsmöglichkeiten und für bessere Löhne. Die Regierung reagierte mit einem heftigen Polizeieinsatz, der zu monatelangen Protesten und blutigen Auseinandersetzungen führte. Die Solidarität verstärkte sich jeden Tag mehr. Bis eine Million Menschen (Oaxaca hat drei Millionen Einwohner) große Teile der Stadt besetzten und durch Hilfe von Barrikaden verteidigten. Die Auseinandersetzungen endeten mit 26 Toten (unter ihnen ein US Indymedia Aktivist). Die APPO gab trotzdem nicht auf, und ist weiter aktiv. Sie arbeitet und solidarisiert sich mit der zapatistischen Bewegung von Chiapas.

Am 27. April 2010 griffen Paramilitärs der PRI (Partei der institutionellen Revolution) eine Friedenskarawane an und verursachten den Tot eines mexikanischen und eines finnischen Aktivisten.

Wir wollen uns mit der APPO solidarisieren und Geld sammeln um einen Beitrag für den Bau einer autonomen Bibliothek zu leisten. Erangelio Mendoza, der schon bei uns in Innsbruck einen Vortrag gehalten hat, wird das Projekt vor Ort betreuen. Erangelio ist Gründungsmitglied der
APPO und war 3 Jahre lang deren Generalsekretär. Er wurde im Zuge des Aufstandes gegen Ulises Ruiz am 11. August 2006 verhaftet und gefoltert und Ende Oktober 2006 auf Druck der Bewegung wieder freigelassen.

Am 12. Juni findet ein Solidaritätsfest für die APPO statt. Höhenstr. 31, ab 14:00. Der Reinerlös kommt dem Bau der Bibliothek in Oaxaca zugute.

Dienstag, 2. März 2010

Projekt 2010: Aufbau einer technischen Berufsschule im Tiefland Ecuadors


Projektbeschreibung


Creer, Crear y Crecer.


Creer (Glauben)


In der Gemeinde Pijilí besuchen 70 % der Jugendlichen nach der Grundschule keine weiterführende Bildungsstätte. Die finanzielle Situation zwingt sie, nach Arbeit zu suchen. Die meisten finden in der Landwirtschaft Arbeit oder in Minen, wo sie keine technische Ausbildung erhalten. In der Region Parroquia besteht ein hoher Bedarf an Metallfacharbeitern, Tischlern, Kfz-Mechanikern und Elektrotechnikern: Es gibt es nur zwei Schlosser- und einen Tischlermeister, keine in Kfz-Mechanik oder Elektrotechnik.


Crear (Schaffen)


Das Ziel des Projektes ist, ein technisches Bildungszentrum zu erstellen, das praxisbezogene Ausbildung verschiedener technischer Berufe anbietet, angepasst an den Bedarf der Region.


Das Zentrum soll auf der Farm der Pastoral Social in Abdón Calderón erstellt werden, wo bereits mehrere ungenutzte Gebäude bestehen. Die Arbeit wird darin bestehen, diese Gebäude zu renovieren und anzupassen.


Crecer (Wachsen)


Mehrere Gemeinden werden von der Schule profitieren. Die Anzahl der Familien in benachbarten Gemeinden wird auf 500 geschätzt, es wird mit einer jährlichen Schüleranzahl von 50 gerechnet.


Projektorganisation


Ab Mitte Juli wird eine Gruppe von bis zu zehn Teilnehmern aus Österreich einen Monat in Ecuador verbringen, um beim Aufbau der Berufsschule zu helfen.


Die Arbeit wird aus folgendem bestehen: Es sind mehrere Mauern abzureißen und neue zu konstruieren, Fußböden und Dächer zu renovieren, die maschinelle Ausstattung durchzuführen, Schweißarbeiten, Schlösser zu reparieren etc. Neue Bauarbeiten werden also keine durchgeführt, sondern bestehende Bauten renoviert und adaptiert.

Die Arbeiten werden gemeinsam mit Familien durchgeführt, deren Mitglieder die Schule besuchen wollen. Eine Liste aller interessierten Personen wird erstellt, die dann an den Mingas (Arbeitsgruppen) teilnehmen werden.


Unterbringung der Gruppe in der bestehenden Anlage ist möglich. Dies ist allerdings vom Arbeitsumfang abhängig, da dieses Haus für die Berufsschule adaptiert werden soll. Die sicherere Option ist ein Haus der Pastoral Social in Calderón in der Nähe der Baustelle, wo zwei Räume zur Verfügung stehen.

Organisation der Berufsschule


Die Praktika werden an den Wochenenden stattfinden. Ein Meister jedes Handwerks wird permanent für die technische Berufsschule arbeiten und externe Aufträge annehmen, um der Schule Einkünfte zu sichern.


Die Pastoral Social Parroquial mit Sitz in Párroco wird das Projekt verwalten. Die Schüler können in den Werkstätten als Hilfskräfte für die Meister arbeiten und dafür eine entsprechende Aufwandsentschädigung erhalten. Es wird versucht, die SECAP (Servicio Ecuatoriano de Capacitación Profesional – Ecuadorianische Organisation für professionelle Bildung) auch mit einzubeziehen und von ihr die Zertifikate für die Teilnehmer zu erhalten.


Da Teilnehmer aus dem Hochland Pijilis erwartet werden und die Kurse ganztägig stattfinden werden, muss Unterkunft und Kantine zur Verfügung gestellt werden. Hierfür bestehen ebenfalls bereits Räumlichkeiten, die renoviert und möbliert werden müssen.


Finanzierung


Die ersten Schätzungen für die Projektgesamtkosten belaufen sich auf knapp 50.000 USD, bestehend aus Kosten für Renovierung und Adaptierung der Werkstätten und Unterkünfte (20.000 USD), der maschinellen Ausstattung der 4 Werkstätten (25.000 USD) sowie Einrichtung der Unterkünfte (4.000 USD).


Die Bezahlung der Meister wird von der Pastoral Social (Caritas) übernommen. Die Kosten für das benötigt Material tragen die Teilnehmer selbst.


Bisher konnten ca. 25.000 EUR an Spendengelder aufgetrieben werden. Es besteht also noch ein starker Bedarf an Spenden, das Projekt wird allerdings an das vorhandene Budget adaptiert und somit auf jeden Fall durchgeführt.


Die Kosten für Anreise, Verpflegung und Unterkunft werden von den österreichischen Projektteilnehmern selbst getragen. Es kann mit ca. 1600 EUR gerechnet werden (Flug, Flughafentransfer, Gruppenkasse).


Sonntag, 31. Januar 2010

Projekt 2010: Wasserversorgungssystem im Hochland Ecuadors - ABGESAGT -

Juli/August 2010

Das Projekt wurde abgesagt.

Leider zeigten sich die Familien der Gemeinden dieser Region nicht kooperativ genug. Sie waren nicht bereit, an einem Projekt mit größerem, nachhaltigeren Maßstab teilzunehmen und sich etwa an der Wiederaufforstung zu beteiligen, die zum Schutz der Quellen essentiell wäre.

Das neue Projekt 2010 wird in einem neuen Post präsentiert (s.o.)

Projektbeschreibung


Vier Gemeinden im Hochland von Pijili, Ecuador, haben keine Bewässerungsanlage. Die Familien dieser Gemeinden leiden unter 6 Monaten Trockenzeit im Jahr; als Kleinbauern sind sie vom Regen abhängig. Der Klimawandel betrifft die ganze Welt und auch hier spürt man die Auswirkungen: die Wasserressourcen werden geringer, jedes Jahr regnet es weniger.

Eine Gemeinde hat bereits die Erlaubnis, Wasser von einer Quelle zu beziehen, die ca. 6 Kilometer vom Dorf entfernt ist. Von ihr aus könnte die Gemeinde mit Wasser versorgt werden, sowie 3 weitere benachbarte Gemeinden, wo auch Wassermangel herrscht. Im Zuge des Projektes würden Speicher mit Geomembranen angelegt werden, um die Felder der Familien dieser Gegend zu bewässern.

Es wird auch angedacht, Forellen in diesen Speichern zu züchten. Weiters ist eine Baumschule für die Wiederaufforstung des Hochlandes geplant, da es wichtig ist, den Wald um die Quellen zu schützen.

(nach: Teodoro Delgado, Projektkoordinator Ecuador)

Projektorganisation

Wie alle Projekte des Vereins Adelante ist auch dieses gemeinschaftlich organisiert. Die jeweiligen Gemeinden werden in den folgenden Monaten auf den Bau der Bewässerungsanlage vorbereitet: Die Familien werden zur aktiven Mitarbeit motiviert. Mit den Bauarbeiten wird bei der Ankunft der Gruppe von Adelante, dort als Amigos de Austria bekannt, begonnen. Diese Gruppe wird aus 10 Freiwilligen bestehen, die für 4 Wochen in der Gemeinde wohnen und am Bau mitarbeiten. Der Zeitraum ist voraussichtlich Mitte Juli bis Mitte August 2010. Das Bewässerungssystem wird nach der Abreise der Gruppe von den Bewohnern der Gemeinden fertig gestellt.

Projektbudget und Finanzierung

Das Projektbudget ist derzeit bei 40.000 USD veranschlagt. Finanziert wird das Projekt von privaten Spendern und Firmen aus Österreich. Reise- und Aufenthaltskosten werden von den Projektteilnehmern selbst getragen und belaufen sich bei ca. 1500 € (Flug, Flughafentransfer, Gruppenkasse für Unterkunft und Verpflegung).

Kontakt: adelante_ibk@gmx.at

Samstag, 2. Januar 2010

Projekt 2009: La Florida














Bau einer landwirtschaftlichen Schule für ökologische Landwirtschaft und Ökotourismus

Die folgende Projektbeschreibung wurde uns in einer ausführlicheren Fassung von Teodoro Delgado Palacios (Projektkoordinator in Ecuador) auf spanisch gesendet. Die Übersetzung erfolgte durch Vanessa Hafele.

Einleitung

Die Aktuelle Krise in der sich die Welt befindet, zwingt uns dazu, unser Modell der Entwicklung zu überprüfen. Die Versöhnung mit der Natur ist daher dringend notwendig. Um dieses Ziel zu erreichen ist es essentiell, ein neues ökologisches Bewusstsein in Bezug auf unser denken, handeln, fühlen und leben zu entwickeln. Nur so kann die Erde geschützt werden und uns weiterhin mit ihren Früchten beschenken.

Wir suchen aus der Perspektive des ländlichen Lebens eine Möglichkeit, eine humanitäre, ganzheitliche Weiterentwicklung in Gang zu setzen. Unser Fokus liegt dabei auf nachhaltiger ökologischer Landwirtschaft. Das bedeutet eine Lebensmittelproduktion ohne Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel (Fungizide, Herbizide, Insektizide), synthetischer Wachstumsförderer, synthetischer Düngemittel und Gentechnik, wie sie in der konventionellen Landwirtschaft zum Einsatz kommen.

Bildung basierend auf Theorien und Wissen aus der ökologischen Landwirtschaft spielen hierbei eine wesentliche Rolle und würden diese Entwicklung konstruktiv fördern und auch zu einer Erhöhung der Lebensqualität seitens der Bevölkerung beitragen.
Im folgenden Teil präsentieren wir das Projekt in La Florida, bei dem es darum geht, eine Schule mit dem Schwerpunkt Agrarkultur und Ökotourismus zu errichten.

La Florida

In der Zone, wo das Projekt entwickelt wird, leben die meisten Familien hauptsächlich vom Anbau von Bananen, Kakao und anderen tropischen Pflanzen. Die Pflanzen werden ökologisch angebaut und werden vor dem Export nach Europa oder der USA über die FLO (Fairtrade Labeling Organisation) kontrolliert.
Bis jetzt, nehmen 235 Familien am Projekt teil, wovon 144 aus La Florida, 26 aus Rio Balao, 40 aus La Adelina und 25 aus Union Azuaya kommen. Das entspricht 60% der Einwohner dieser Region. Im laufe unserer zukünftigen Arbeit werden wir versuchen, die restlichen 40% in das Projekt zu integrieren.

Im Juli 2008 bekamen die Betreffenden Familien Besuch von den Amigos de Austria (Gruppe 2008) , die sich die Situation vor Ort ansahen und in Kontakt mit der Bevölkerung traten. Bei diesem Besuch wurde das Projekt zum Bau einer Bildungseinrichtung vorgestellt. Das 2 Hektar große Grundstück, auf dem die Schule errichtet werden soll, wird von der ATAIB (Asociacion de Trabajadores Agricolares Independientes de Balao – Unabhängige Vereinigung landwirtschaftlicher Arbeiter aus Balao) zur Verfügung gestellt.

Probleme/Motive

  • In der Region ist es nur bis zur 7 Schulstufe möglich in die Schule zu gehen. Nach dieser Zeit, gibt es für die Jugendlichen nur zwei Möglichkeiten. Entweder das studieren aufgeben, oder lange reisen zurücklegen, um in den Städten zu studieren.
  • 70% der Kinder, die die siebte Schulstufe abgeschlossen haben, ist es nicht Möglich eine weitere Schule zu besuchen, da es nicht genügend Plätze in den vorhandenen Bildungseinrichtungen gibt.
  • Die Familien der Kinder leben von der Landwirtschaft und dem Export, doch in der Region gibt es für die Kinder keine Möglichkeit, sich auf diesem Gebiet weiterzubilden. Dadurch würde in Zukunft das weiterführen der Landwirtschaft verloren gehen.
  • Auf Grund der oben erwähnten Probleme ist es wichtig, die Initiative, die die Menschen im landwirtschaftlichen Bereich angefangen haben, zu unterstützen
Ziele
  • Der Aufbau einer Schule mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft und Ökotourismus.
  • Den Jugendlichen Wissen aus der ökologischen Landwirtschaft zur Verfügung stellen.
  • Aufklärung über die Probleme der Umwelt.
  • Wissensvermittlung über den Prozess im Bereich Forschung und Umwelt.
  • Förderung einer Weiterentwicklung durch Vermittlung von praktischem und theoretischem Wissen
  • Einen respektvollen und bewussten Umgang mit der Natur schaffen und den Schutz dieser sicherstellen.
  • Einen Raum kreieren, um die Erfahrungen von Vorsicht und Verteidigung zu teilen.

Projekt 2008: Pijilí

Projektbericht Pijili (8. Juli bis 8. August 2008)

„Ein Traum wird Wirklichkeit!“ - so wurden wir mit vielen Umarmungen und Früchten des Dorfes begrüßt, als wir in Pijili am 9. Juli 2008 ankamen. Herzlicher hätte der Empfang nicht sein können. Kinder trugen auf Plakaten all unsere Namen und zeigten ihr Können mit einstudierten Tänzen.

Vorher hatten wir schon die nötigen Werkzeuge und Baumaterialen in der Stadt eingekauft, damit wir sofort mit der Arbeit beginnen konnten.

Ein kleines Krankenhaus sollte nun aus dem ursprünglich geplanten Gesundheitszentrum werden. Ambulanzräume, Geburtenstation, Ambulatorien, drei Krankenzimmern (jeweils eines für Kinder, Frauen und Männer), Sanitätsräume und was es sonst noch alles braucht. Das Ausmaß des Gebäudes beträgt 13 mal 18 Meter und ist drei Stockwerke hoch. Im obersten Stock befinden sich eine Arztwohnung und die Waschräume mit einer Terrasse.

Das Gesundheitszentrum umfasst ein Einzugsgebiet von 15.000 Personen. Die höchst gelegenen Dörfer befinden sich auf einer Meereshöhe von 4000 metern. Pijili befindet sich auf 1200 Meter.

Bei unserer Ankunft waren die Grundaushebungen bereits im vollen Gange, ein Maurermeister bestellte mit einem Plan, der von uns in Zusammenarbeit mit Padre Teodoro (Pfarrer in dieser Region) nur noch leicht korrigiert wurde. Der Pfarrer trägt zusammen mit dem Pfarrgemeinderat die Verantwortung für dieses Projekt.

Es war für uns bewundernswert, wie zahlreich und motiviert die Einheimischen trotz der weiten Entfernungen, die sie zum Bau zurücklegen mussten kamen, um mitzuarbeiten. Teilweise waren bis zu 80 Personen an der Baustelle, nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen und Jugendliche. Daran konnte man erkennen, wie wichtig allen dieser Bau war. Alles wurde händisch gemacht, sogar eine Mischmaschine wurde zugunsten eines guten Mittagsessen abgelehnt, obwohl wir sie bezahlt hätten.

Von Montag bis Samstag mittags ging es rund auf der Baustelle, in der Freizeit besuchten wir Familien und die anderen Projekte, die wir in früheren Jahren unterstützt haben.

So konnten wir u. a. ein sehr schönes Fest mitfeiern, eigens für uns vorbereitet in Pahuancay, wo wir voriges Jahr ein Bildungszentrum errichten konnten, das jetzt bereits besonders für die Erwachsenenbildung benützt wird und gleichzeitig das Dorfzentrum ist.

Ein besonderer Dank von Seiten der Bevölkerung von Pijili und Umgebung gilt all den Spenderinnen und Spendern, ohne die wir dieses Projekt nicht starten hätten können. 53.000.- Dollar konnten wir übergeben, davon wurden bereits 17.000.- während unserer Anwesenheit umgesetzt, der Rest ist für Baumaterialen hinterlegt. Es bestehen für uns keinerlei Zweifel, dass es nicht fertig wird. Wer möchte, kann mit uns auch den weiteren Verlauf des Projekts unter www.gratisweb.com/pijili verfolgen.

Wichtig ist noch zu erwähnen, dass die Führung des Krankenhauses das Gesundheitsministerium der Provinz übernehmen wird, so sind auch die Gehälter der Ärzte und Krankenschwestern gesichert.


Link zur Website der Zona Misionera, inklusive Fotos

Projekt 2007: Pahuancuay

Projektbericht Pahuancay (12. 07. bis 14. 08. 2007)

Bau eines Bildungszentrums

Pahuancay ist ein Bergdorf in der ecuadorianischen Provinz Azuay. Es liegt auf ca. 2000 m Höhe und ist 2½ Autostunden von der nächst größerer Stadt Naranjal entfernt. In Pahuancay leben 35 Familien mit durchschnittlich 6 bis 12 Menschen. Im weiteren Umkreis leben noch weitere 50 Familien, die zur Gemeinde Pahuancay gehören.

Die Lebensgrundlage dieser tüchtigen und lebensfrohen Menschen sind Landwirtschaft und Viehzucht. Zwar können die Menschen teilweise selbst für ihr tägliches Brot sorgen, dennoch ist das Leben, gerade der jungen Menschen, geprägt von Perspektivlosigkeit und fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten. Der einzige Besitz der Menschen ist ihr Grund und Boden, der sich jedoch nicht unbegrenzt auf die Kinder der Großfamilien aufteilen lässt. Viele der jungen Menschen sehen oft nur in der Flucht in die USA oder Europa den letzten Ausweg. Schlepper versprechen ihnen einen sicheren Job, mit dem sie dann die extrem teure Schleppergebühr zurückzahlen können. Diese beträgt über 10.000.- Dollar und kann nur über Kredit bezahlt werden. Falls es diese Menschen überhaupt über die Grenze schaffen, warten dann meist nur äußerst schlecht bezahlte Billigjobs, Arbeitslosigkeit oder die Abschiebung in die Heimat. Die aufgenommenen Kredite belasten die Familien daheim über lange Jahre oder führen überhaupt dazu, dass diese alles verlieren, da die Zinsen oft unbezahlbar sind.

Bildung ist somit die wichtigste Voraussetzung für die jungen Menschen, um eine menschenwürdige Arbeit zu finden und so ihre Familie auch weiterhin unterstützen können.

Die verpflichtende 5jährige Grundschulausbildung wird zwar von staatlicher Seite finanziert, für die Weiterbildung, im besten Fall bis zur Zulassung zum Universitätsstudium, fehlte in Pahuancay bisher jedoch eine geeignete Räumlichkeit. Somit war es auch für eine Lehrperson unattraktiv hier zu unterrichten. Bisher waren die – bis jetzt – 26 Schüler nur unzureichend untergebracht. Da jedoch auch Jugendlichen aus den umliegenden Dörfern in Pahuancay die Möglichkeit zur Weiterbildung gegeben werden soll, haben wir uns als “Amigos de Austria” entschlossen, den Menschen dieser abgeschiedenen Gegend unterstützend und solidarisch zur Seite zu stehen.

Der größere Teil unserer Unterstützung für das Bildungszentrum war die Finanzierung des Baus mit 30.000 Dollar, weitere 4.000.- Dollar konnten für die Einrichtung hinterlassen werden. Das Haus ist 18,60 x 14 Quadratmeter groß und hat zwei Stockwerke. Unten sind vier Schulklassen, Lehrerwohnung, Küche und ein kleines Büro vorgesehen, im oberen Stock ein großer Mehrzweckraum. Die finanziellen Mittel dafür stammen aus Spenden von engagierten Einzelpersonen, verschiedenen solidarischen Gruppen, Schulprojekten und Unternehmen. Die verbleibenden Kosten wurden von der Dorfgemeinschaft und der Verwaltung des Bezirks aufgebracht.

Getreu unserer Philosophie der “Globalisierung der Solidarität” unterstützten wir das Projekt auch mit einer Gruppe von 15 Freiwilligen, die einen Monat unentgeltlich (auch die Kosten für Flug und Aufenthalt wurden selbst aufgebracht) ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellten und diese Zeit solidarisch bei Arbeit, im Alltag und in der Freizeit gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft verbrachten.

Trotz des relativen kurzen Aufenthalts unserer Gruppe konnten wir schon gewaltige Fortschritte miterleben und mitgestalten. Bei unserer Abreise war das Erdgeschoss bereits fertig gestellt, und es wurde schon an der Decke gearbeitet. Diese schnelle und positive Entwicklung verdanken wir einerseits einer begeisterten und motivierten Dorfgemeinschaft, dessen Menschen bei der Arbeit die Begeisterung für ihr Haus, ihr Projekt, ihre Zukunft jeden Tag aufs Neue zeigten, andererseits auch der Unterstützung von unerwarteter Seite. Der staatliche Bildungsbeauftragte so wie eine kirchliche Bildungsstiftung war auf das Projekt aufmerksam geworden. Nach Besichtigung der Baustelle und Treffen mit den Verantwortlichen aus Dorf und Gruppe, wurde von beiden Seiten weitere Unterstützung für das Projekt zugesagt.

Einen weiteren Teil des Erfolgs des Projekts trägt auch der für dieses Gebiet zuständige Padre Teodoro, der viel Zeit und Energie in die Vorbereitung und Durchführung des Projekts steckte. Auch auf der Baustelle packte er kräftig mit an, und ein Großteil der Baumaterialien wäre ohne seine häufigen Besuche wesentlich schwieriger zu bestellen gewesen. Nicht bei allen unseren vorangegangenen Projekten sind wir so tatkräftig vom zuständigen Padre unterstützt worden, der in diesen Gebieten meist eine wichtige Integrationsfigur für die Dorfgemeinschaft ist.

Nicht zuletzt haben wir, die “Amigos de Austria”, unseren Teil zum Entstehen des Bildungszentrums beitragen können. Motiviert durch die Begeisterung der Dorfgemeinschaft und die herzliche Aufnahme in die Mitte ihrer Gemeinde haben wir, jung und alt, Mann und Frau, hart aber gern gearbeitet. Auch wenn das einfache Leben und die harte körperliche Arbeit auf der Baustelle für viele von uns ungewohnt waren und wir manches Mal an unsere körperlichen und emotionalen Grenzen gestoßen sind, nehmen wir viel Schönes, viele neue Erfahrungen und viele neue Freundinnen und Freunde mit nach Hause, mit in unseren Alltag, in unsere Familien und in unseren Freundeskreis, vor allem die Erfahrung, dass eine andere Welt möglich ist, eine Welt der gelebten Solidarität und des Miteinanders.

Wir wünschen unseren Freundinnen und Freunden in Pahuancay alles Gute und Liebe heute und für die weitere Zukunft.

All den Spenderinnen und Spendern ein großes „Vergelts Gott“ für die großartige Unterstützung, ohne die das tolle Projekt nicht möglich gewesen wäre.


Link zur Website der Zona Misionera, inkl. Fotos