Dienstag, 2. März 2010

Projekt 2010: Aufbau einer technischen Berufsschule im Tiefland Ecuadors


Projektbeschreibung


Creer, Crear y Crecer.


Creer (Glauben)


In der Gemeinde Pijilí besuchen 70 % der Jugendlichen nach der Grundschule keine weiterführende Bildungsstätte. Die finanzielle Situation zwingt sie, nach Arbeit zu suchen. Die meisten finden in der Landwirtschaft Arbeit oder in Minen, wo sie keine technische Ausbildung erhalten. In der Region Parroquia besteht ein hoher Bedarf an Metallfacharbeitern, Tischlern, Kfz-Mechanikern und Elektrotechnikern: Es gibt es nur zwei Schlosser- und einen Tischlermeister, keine in Kfz-Mechanik oder Elektrotechnik.


Crear (Schaffen)


Das Ziel des Projektes ist, ein technisches Bildungszentrum zu erstellen, das praxisbezogene Ausbildung verschiedener technischer Berufe anbietet, angepasst an den Bedarf der Region.


Das Zentrum soll auf der Farm der Pastoral Social in Abdón Calderón erstellt werden, wo bereits mehrere ungenutzte Gebäude bestehen. Die Arbeit wird darin bestehen, diese Gebäude zu renovieren und anzupassen.


Crecer (Wachsen)


Mehrere Gemeinden werden von der Schule profitieren. Die Anzahl der Familien in benachbarten Gemeinden wird auf 500 geschätzt, es wird mit einer jährlichen Schüleranzahl von 50 gerechnet.


Projektorganisation


Ab Mitte Juli wird eine Gruppe von bis zu zehn Teilnehmern aus Österreich einen Monat in Ecuador verbringen, um beim Aufbau der Berufsschule zu helfen.


Die Arbeit wird aus folgendem bestehen: Es sind mehrere Mauern abzureißen und neue zu konstruieren, Fußböden und Dächer zu renovieren, die maschinelle Ausstattung durchzuführen, Schweißarbeiten, Schlösser zu reparieren etc. Neue Bauarbeiten werden also keine durchgeführt, sondern bestehende Bauten renoviert und adaptiert.

Die Arbeiten werden gemeinsam mit Familien durchgeführt, deren Mitglieder die Schule besuchen wollen. Eine Liste aller interessierten Personen wird erstellt, die dann an den Mingas (Arbeitsgruppen) teilnehmen werden.


Unterbringung der Gruppe in der bestehenden Anlage ist möglich. Dies ist allerdings vom Arbeitsumfang abhängig, da dieses Haus für die Berufsschule adaptiert werden soll. Die sicherere Option ist ein Haus der Pastoral Social in Calderón in der Nähe der Baustelle, wo zwei Räume zur Verfügung stehen.

Organisation der Berufsschule


Die Praktika werden an den Wochenenden stattfinden. Ein Meister jedes Handwerks wird permanent für die technische Berufsschule arbeiten und externe Aufträge annehmen, um der Schule Einkünfte zu sichern.


Die Pastoral Social Parroquial mit Sitz in Párroco wird das Projekt verwalten. Die Schüler können in den Werkstätten als Hilfskräfte für die Meister arbeiten und dafür eine entsprechende Aufwandsentschädigung erhalten. Es wird versucht, die SECAP (Servicio Ecuatoriano de Capacitación Profesional – Ecuadorianische Organisation für professionelle Bildung) auch mit einzubeziehen und von ihr die Zertifikate für die Teilnehmer zu erhalten.


Da Teilnehmer aus dem Hochland Pijilis erwartet werden und die Kurse ganztägig stattfinden werden, muss Unterkunft und Kantine zur Verfügung gestellt werden. Hierfür bestehen ebenfalls bereits Räumlichkeiten, die renoviert und möbliert werden müssen.


Finanzierung


Die ersten Schätzungen für die Projektgesamtkosten belaufen sich auf knapp 50.000 USD, bestehend aus Kosten für Renovierung und Adaptierung der Werkstätten und Unterkünfte (20.000 USD), der maschinellen Ausstattung der 4 Werkstätten (25.000 USD) sowie Einrichtung der Unterkünfte (4.000 USD).


Die Bezahlung der Meister wird von der Pastoral Social (Caritas) übernommen. Die Kosten für das benötigt Material tragen die Teilnehmer selbst.


Bisher konnten ca. 25.000 EUR an Spendengelder aufgetrieben werden. Es besteht also noch ein starker Bedarf an Spenden, das Projekt wird allerdings an das vorhandene Budget adaptiert und somit auf jeden Fall durchgeführt.


Die Kosten für Anreise, Verpflegung und Unterkunft werden von den österreichischen Projektteilnehmern selbst getragen. Es kann mit ca. 1600 EUR gerechnet werden (Flug, Flughafentransfer, Gruppenkasse).


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen